Dating Apps im Test: Schnellpaarung oder Lebenspartner?

Ein schneller Flirt oder ernste Absichten? Dieser Unterschied wird bei den Dating-Apps schnell sichtbar. Während die neuen „Schnell-Kontakt“-Angebote wie Lovoo, Tinder oder Badoo mit technischen Gags paarungswillige Singles mit der Garantie zur Oberflächlichkeit verknüpft, versuchen die klassischen Partnerbörsen wie Friendscout24, Parship oder neu.de nachhaltige Beziehungen zu schaffen.

Lovoo – mit dem iPhone Kontakten und Flirten!

Der Dresdner Anbieter Lovoo hat inzwischen einen recht großen Mitgliederbestand aufgebaut, vor allem 18 – 35jährige Singles tummeln sich auf der Website und damit verbunden in der App. Über einen Radar sieht man sofort, wer in der nächsten Umgebung ein einsames Herz hat und sich eventuell auf einen kurzen „Flirt-Chat“ einladen lässt. Das ist lustig, geht schnell und sollte mir etwas Fleiß zu sichtbaren Erfolgen führen. Die Software achtet dabei auf die Interessen, die jeder Teilnehmer in seinen Steckbrief eingetragen hat.

Grundsätzlich kann Lovoo umsonst genutzt werden. Doch nur mit Monatsabo („VIP“-Mitgliedschaft) oder auf Vorrat aufgekaufte „Coins“ werden Anfragen tatsächlich sichtbar überbracht; vor allem stärker umflirtete Personen bekommen Anstupser von Umsonst-Teilnehmern kaum angezeigt. Für 7,99 € im Monat ist man voll dabei und kann die Funktionen von Lovoo sinnvoll nutzen.

Die Eintragung in die Lovoo-Singledatenbank erfolgt entweder über Facebook oder direkt über einen Anmeldeprozess.

Tinder – die schnelle Flirt-App

Die Flirt-App „Tinder“ hat ihren Hauptsitz in Los Angeles und richtet sich an die Zielgruppe 18 bis maximal 35; die App ist kostenlos, stylish und auf heiteres Flirten ausgelegt. „Hot or Not“ heißt es bei Tinder: nur Personen, die aufgrund geografischer und einer sonstiger Interessen als flirtfähig eingestuft werden, können sich tatsächlich begegnen – dumpfe Anmache soll so ausgeschlossen werden.

Tinder nutzt dazu das Facebook-Profil der User, ohne eine komplette Freigabe ist die App nicht nutzbar. Dafür steigt der Flirtinteressierte sofort in eine Großstadt-Single Community ein, die sich für schnelle Kontakte interessiert; die App gibt sich wirklich Mühe, stets neue Kontaktchancen anzubieten und führt laut Erfahrungsberichten schnell zu echten Dates.

Das Flirten geht mit Tinder sehr schnell und problemlos – und mit Stand Oktober 2014 noch völlig gratis!

Badoo: spielerisch international flirten

Das Londoner Unternehmen Badoo ist eine der größten internationalen Single-Börsen im Altersbereich 20-35 Jahre und hält somit sehr viele kontaktfreudige Profile vor – darunter allerdings auch Anfragen aus Entwicklungsländern, die sich als reine Abzocke erweisen können. Die Eintragung erfolgt über Facebook-Profil, VK, Yandex, Google Plus oder direkt; das erste Kontakten wird mit spielerischen Ansätzen („Volltreffer“) erleichtert, wer sich an „verifizierte Kontakte“ hält, vermeidet Berührungen mit Fake-Profilen.

Badoo lässt sich gratis nutzen, doch sind wesentliche Funktionen, wie etwa die Auffindbarkeit des eigenes Profiles, die Sichtbarkeit von Nachrichten an andere User oder auch die Ergebnisse der Spiele, erst nach Zahlung eines Monatsbeitrages von 8,49 € nutzbar. Doch auch wer zahlt, wird Einschränkungen erleben. Badoo verhindert allzu häufiges Kontakten: mehr als zehn neue Singlekontakte pro Tag sind nicht möglich.

Friendscout24 – der Klassiker

Mit sechs Millionen deutschen Profilen ist Friendscout24 (Sitz in München) sehr groß – neben der klassischen Partnervermittlung bietet dieser Anbieter auch flirtwilligen Singles gute Kontaktchancen. Mit einer Altersverteilung von 18 bis über 55 Jahren sind auch betagtere Singles hier willkommen – Friendscout wirbt mit 10.000 neuen Single-Anmeldungen pro Tag!

Seriosität wird groß geschrieben; alle Profile, so der Anbieter, sind geprüft und Fake-Anmeldungen werden verhindert bzw schnell gesperrt. Das Verhältnis weiblicher und männlicher Profile ist ausgewogen. Die Kontaktmöglichkeiten sind gut und umfangreich. Das alles hat seinen Preis: mit 39,90 € Mitgliedsbeitrag gehört Friendscout24 zu den teuersten Angeboten. Für alle, die über bloßes Spaß-Kontakten hinaus tiefere Absichten verfolgen, ist diese Flirt-App mit Sicherheit erste Wahl.

Was aber, wenn der Flirtende auf hitzigere Abenteuer aus ist – und den Weg in die Abgründe der Erotik-Portale scheut? Friendscout24 bietet hier die „Secret-App“ an, die mit einem Altersschwerpunkt von 25 bis 54 Jahren selbstbewusste und lustorientierte Menschen zusammen bringt. Leider ist ein Zugang zu dieser Applikation für Apple-Geräte nicht erhältlich; für aufgeklärt-kontaktfreudige Besitzer von Android Smartphones lohnt sich allerdings ein Blick auf dieses Angebot, das zur Zeit noch gratis nutzbar ist.

Parship – Kontakten mit hohem Niveau

Bereits 2001 gegründet, ist das Hamburger Unternehmen Parship der Ort, an dem sich Singles mit hohem Anspruch treffen – der Akademikeranteil ist in dieser Partnerbörse der höchste. Dementsprechend finden sich vor allem Mitglieder im Altersbereich 25 – 54 Jahre bei Parship, es sind mehr Frauen als Männer angemeldet. Herzstück ist ein ausgefeilter Persönlichkeitstest, der das Zusammentreffen „unpassender“ Profile verhindern soll.

Ein Akademikeranteil von derzeit 38 %; ein auf paarpsychologischen Erkenntnissen aufgebautes, hoch komplexes Persönlichkeitsgutachten – Parship wendet sich an anspruchsvolle Singles und ist dementsprechend teuer. Ein 6-Monats Mitgliedsbeitrag kostet 329,40 €, also 54,90 € pro Monat.

Hauptsächlich wird der anspruchsvolle Single Parship über die Website nutzen; die App ist vor allem als Unterwegs-Lösung zur Beantwortung von Nachrichten gedacht.

Neu.de – europäisch flirten!

Der Münchner Partnervermittler neu.de konnte 2008 durch den Zusammenschluss mit „meetic“ Zugang zum größten europäischen Single-Pool bekommen – fast 30 Millionen Kontaktchancen von Sizilien bis zum Eismeer; dazu natürlich 5 Millionen Profile nur in Deutschland verheißen Partnerglück. Die Altersgruppe liegt in der Spitze bei 25 – 35 Jahren, der Männeranteil überwiegt mit 57 % leicht.

Nur eine Premium-Mitgliedschaft von 34,90 € pro Monat erlaubt die Nutzung des Mail-Kontaktsystems und anderer wichtiger Features der Website; und nur eine zusätzliche „Plus-Mitgliedschaft“ von 4,90 € pro Monat gibt den vollen Zugang zur App auf dem iPhone, um auch unterwegs kontakten und flirten zu können.

Anbieter ohne Impressum auf der Website und durchwachsenem Abmeldeprozess (wie etwa „Zoosk“)  habe ich hier nicht aufgenommen. Vor allem Nutzer, die Wert auf die Datensicherheit ihrer Profile legen, sollten prüfen, ob ein Anbieter auf der Website neben einer Firmenadresse auch klare Regeln und einen gut dokumentierten Kündigungsprozess vorlegen.

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