Sicherheit auf dem iPad: Surfen und Mailen

Ist Surfen und Mailen auf dem iPad „sicherer“ als auf einem „normalen“ Computer? Nein, denn ein iPad unterscheidet sich grundsätzlich nur in der äußeren Form und Bedienung von einem klassischen „Maus und Tastaturcomputer“. Wie stets hat es der Nutzer selbst in der Hand, wie sicher er sich bei Web und Mail bewegt.

Sicherheit auf dem iPad

Das Surfen mit dem iPad ist nicht „sicherer“ als etwa mit einem Windows-PC. Apple selbst liefert regelmäßig Software-Updates für Betriebssystem und Internet-Funktionen auf dem iPad aus, weil Hacker auf der ganzen Welt auch auf dem iPad stets nach Sicherheitslücken suchen.

Groß war der Aufschrei, als Microsoft den Support für „Windows XP“ einstellte – ein System, das 2001 veröffentlicht worden war. Seitdem hat Microsoft dreizehn Jahre lang regelmäßig und pünktlich Sicherheitsupdates geliefert und Nutzern auf aller Welt ermöglicht, auch ältere Geräte mit geringerer Hardwareleistung weiter zu nutzen.

Dagegen wurde ein 2010 gekauftes iPad 1 von Apple bereits ab Mai 2012 nicht mehr weiter mit Updates versorgt. Falls Sie also ein „altes“ iPad 1 weiter zum Surfen und Mailen nutzen möchten, sollten Sie keine geheimen oder sicherheitsrelevanten Daten auf diesem Gerät verwahren. Da auf einem iPad 1 auch keine Mail-SSL Verschlüsselung möglich ist, sollten Sie grundsätzlich auf diesem Gerät auch keine wichtigen geschäftlichen und privaten Mails mehr schreiben.

Besitzer eines iPad 2 können vorerst aufatmen: das neue iOS 8, das Apple für Herbst 2014 angekündigt hat, wird laut Apple auch für das iPad der zweiten Generation kompatibel sein.

Sicheres Surfen mit dem iPad

Grundsätzlich surft am immer nur so sicher, wie die Websites sind, die man besucht. Benutzt man neueste Sicherheitsupdates und neueste Browserversionen, kann man davon ausgehen, dass viele erkannte Gefahren im Web relativ sicher abgeblockt werden können.

Kann man im „privaten Modus“ sicherer surfen? Nein. Im „privaten Modus“ (beim Safari Browser unter iOS 7 links unten aktivierbar) nehmen Sie dann keine Cookies mehr an; der Browserverlauf wird auf Ihrem Gerät nicht mehr gespeichert. Das kann dazu führen, dass bestimmte Tracking-Systeme nicht mehr greifen und Sie als Surfer für „Big Eye“ im Web nicht mehr so leicht zu verfolgen sind.

Rufen Sie aber im „privaten Modus“ eine unsichere Website auf, wird die Schadsoftware auf Ihr Gerät übertragen, egal, ob Sie „privat“ surfen oder nicht.

Sicher Mailen mit dem iPad

Was bedeutet „sicher Mailen“? Grundsätzlich sollten Sie ab iOS 6.0 die „SSL-Verschlüsselung“ bei der Mail-App zuschalten, was schon mal erschwert, dass Mails auf dem Weg zum Provider abgefangen und gelesen werden können. Da der Mailprovider allerdings alle Mails auf Viren untersucht, muss er sie entschlüsseln und erst nach der Analyse wieder verschlüsselt weiter versenden. Das tun alle großen Mailanbieter!

Wenn es Ihnen egal ist, dass Ihre Mail von allen möglichen Geheimdiensten dieser Welt gesammelt und gelesen wird, dann ist es auch völlig egal, welchen Provider Sie verwenden und wie oder ob Sie Mails verschlüsseln.

Wenn Sie speziell den US-Datensammlern misstrauen, sollten Sie einen Mail-Provider in Deutschland verwenden, der verspricht, den Datenverkehr von Mails innerhalb Deutschlands auch tatsächlich nur über deutsche Server zu bewegen. Deutsche Telekom, freenet, GMX und WEB.DE haben als Reaktion auf die NSA-Affäre Anfang 2014 das „eMail made in Germany“ ausgerufen (Link). Das Vorhaben, sämtlichen Mailverkehr nur auf deutschen Servern zu verwahren und jede Übertragung zu verschlüsseln, könnte dazu führen, dass ausländische Geheimdienste es tatsächlich etwas schwerer haben, an Ihre Daten zu kommen.

Wenn Sie gar nicht wollen, das ein Dritter Ihre Mails liest, bleibt nur der Weg über eigene direkte Verschlüsselung, beispielsweise über die App „iPGMail“ von Wyllys Ingersoll, die dem „Open PGP“ Standard folgt und Ihren Nachrichtenverkehr tatsächlich „echt“ verschlüsselt – nur der Empfänger kann eine solche Nachricht öffnen und lesen.

Oder Sie nutzen für Ihre Nachricht die gute alte Post. Ihr gut verklebter Brief ist gesetzlich vor Überprüfung geschützt und eine Nachverfolgung von Sender zu Empfänger umständlich und aufwändig.

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