iPad App Test: Telefonbuch-Apps

Das Telefonbuch als alphabetisches Verzeichnis von Personen, Firmen und Rufnummern ist inzwischen über 130 Jahre alt; und trotz rasanter Entwicklungen bei Telefon und Web müssen wir uns immer noch mit kryptischen Nummernfolgen herumschlagen, wollen wir einen Teilnehmer per Telefon erreichen.

Die meisten Treffer auch im Telefonbereich bietet heute das „Universaltool“ Google im Web – doch das funktioniert natürlich nur, wenn man auch Webzugang hat. Die Hoffnung, dass die für iPhone und iPad angebotenen Telefonbücher wie ihre papierenen Geschwister auch „offline“, also im Flugmodus oder etwa im Ausland funktionieren, erfüllt sich allerdings nicht.

Meine Anforderung: ich möchte drei wichtigen Adressen finden. Den Deutschen Bundestag in Berlin, das Deutsche Museum in München sowie das Presse- und Informationsamt der Stadt Nürnberg. Ich lade mir die beiden Telefonbuch-Apps „Das Telefonbuch“ und „Das Örtliche“ und begebe mich auf die abenteuerliche Reise in den Urwald der Telefonbücher …

Das Telefonbuch

Telefonbuch: Der „Deutsche Bundestag“ in Berlin wird sofort gefunden; dieser wird auf der Karte allerdings irgendwo in Tempelhof verortet – gleich neben Ikea Berlin zwischen Bessemerstraße und den Bahngeleisen. An alle Parlamentarier: vertrauen Sie dieser Angabe des „Telefonbuchs“ nicht, sonst verpassen Sie Ihre Abstimmung! Als Telefonnummer für den Deutschen Bundestag wird die 0302270 angegeben. Das merken wir uns für die „Rückwärtssuche“ weiter unten.
Die Suche nach „Deutsches Museum“ funktioniert erst, wenn ich „München“ dazu angebe. Erster Treffer: „Deutsches Jagd und Fischereimuseum“. Erst an dritter Stelle kommt das „Deutsche Museum“. Das „Presse und Informationsamt“ der Stadt Nürnberg wird korrekt gefunden.
Die Rückwärtssuche: wem gehört die Nummer, die in meinem Display angezeigt wird? „Das Telefonbuch“ bietet diesen Service. Bei dieser „Rückwärtssuche“ findet „Das Telefonbuch“ weder den Deutschen Bundestag noch das Presse- und Informationsamt der Stadt Nürnberg – obwohl die Nummern exakt so eingeben werden, wie sie bei der „Vorwärtssuche“ im gleichen Telefonbuch angezeigt wurden. Das Deutsche Museum in München wird bei der Rückwärtssuche korrekt angezeigt.
Ihre wahre Stärke spielt die App in den „weiteren Features“ aus: Das „Telefonbuch“ findet schnell die aktuellen Benzinpreise in der Umgebung – man kann die Ergebnisse nach Preis oder Entfernung ordnen. Der eingebaute Routenplaner funktioniert auf ersten Blick ordentlich, das Kartenmaterial ist übersichtlich dargestellt und entspricht einem klassischen Stadtplan.
Auch „Steuerberater“, „Zahnärzte“, „Krankenkassen“ und viele weitere Einrichtungen wie „Kinos“, „Tanzschulen“, „Autowerkstätten“ oder „Reisebüros“ lassen sich auf diese Weise lokalisieren.
Grundsätzlich hat man auf diese Weise sehr viele wichtige Orte in Deutschland schnell im Überblick – es handelt sich dabei um gesicherte Einträge im klassischen Telefonbuch, die meistens (siehe „Bundestag“) korrekt eingeordnet sind. Die „Suche“ nach Namen beruht auf exakter Schreibweise. Hier ist man von Google verwöhnt; Vorschläge zur richtigen Schreibung oder ähnliche Einträge findet „Das Telefonbuch“ nur sehr bedingt.
Hersteller der Telefonbuch-App (Homepage) ist die Deutsche Telekom.

Das Örtliche

Telefonbuch: Da das „Örtliche“ offensichtlich auf dem gleichen Datenbestand wie „Das Telefonbuch“ aufbaut, haben wir hier auch die gleichen Ergebnisse. Der Deutsche Bundestag liegt am Bahndamm in Tempelhof, das „Deutsche Museum“ wird mit dem „Jagdmuseum“ beantwortet.
Bei den weiteren Features ergibt sich das exakt gleiche Bild. Sowohl „Benzinpreise“ wie auch „Kinos“ oder „Elektronikmärkte“ (bei denen beispielsweise „Mediamarkt“ in der Liste fehlt) werden je nach vorhandenen Telefonbuch-Einträgen angezeigt und nach Entfernung sortiert angezeigt.

Bis auf diesen Unterschied scheint die App „Das Örtliche“ unter der Haube absolut baugleich mit „Das Telefonbuch“ zu sein. Hier entscheidet also nur der persönliche Geschmack, ob man die Oberfläche nach Buttons (Telefonbuch) oder mit einer Liste (Das Örtliche) nutzen möchte.
Hersteller der App „Das Örtliche“ (Homepage) ist ebenfalls die Deutsche Telekom im Verband mit deutschen Telefonbuchverlagen.

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