iPad App Test: Smart Office 2 Textverarbeitung für Word, Excel und Powerpoint

ipad-app-test-Smart-office-2-logoDie Bürosoftware Smart Office 2 vom Hersteller Picsel wird zur Zeit (Juni 2012) um 79 Cent im iPad App Store angeboten: Schreibprogramm, Kalkulation und Präsentation – reibungsloses Arbeiten mit Word 2003-2007, Excel und Powerpoint wird versprochen. Das klingt nach gewaltig viel Funktion für wenig Geld – also her mit der App und ausprobiert!

Zuerst kommt ein Schock. Denn diese App sieht nicht aus wie eine Büroanwendung, sondern eher wie ein Spiel: Bunt, animiert und fröhlich. Der größte Teil des Titelscreens dient der Eigenvermarktung („Teilen“, „Bewerte“), im Fußbereich finden sich erst die Arbeitsbereiche „erkunden“, „Zeitleiste“ und „erstellen“. Egal, bei 79 Cent will ich nicht meckern. Ich möchte mich hier auf die Textverarbeitung konzentrieren, Kalkulation und Präsentation werde ich nur streifen.

Zunächst tippe ich auf „erstellen“ und bekomme die Wahl zwischen „Office 2003 DOC“, „Office 2007 DOCX“, „PPT-Präsentation“, „PPTX Präsentation, „leeres Arbeitsblatt XLS“ und „leeres Arbeitsblatt XLSX“. Ich wähle „DOCX“, also ein Word 2007 Dokument, es öffnet sich ein weißes Blatt und es geht los.

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Die Formatierung läuft über ein Pop-Up – doch die Aufzählung funktioniert nicht, wie sie sollte …

Der Corsor ist rot, die Bildschirm-Tastatur ist die ganz einfache vom iPad Betriebssystem. Das Tippen geht auch auf dem iPad 1 sehr gut und flüssig. Will man einen Text formatieren, braucht das Programm ein „Doppeltip“, einfaches Drücken vergrößert das Blatt (statt die iPad-Lupe anzuzeigen). Es erscheint eine Formatierungsleiste, die die Auszeichnungen „Fett“, „Italics“, „Understrichen“, Schrift (Georgia, Helvetica, Tahoma, Times und Verdana plus Schriftgröße), 18 Schriftfarben, 15 Hintergrundfarben, Ausrichtung (links, rechts, mittig) sowie Listen (Bullets, Zahlen) und Einrückung anbietet. Was fehlt? Titel! Es gibt keine Möglichkeit, Überschriften so anzulegen, dass sie etwa in Word selbst mit einem Inhaltsverzeichnis verknüpft werden können. Alles in allem denke ich aber, dass man damit arbeiten kann – Word bietet selbst gefühlte siebzehntausend Formatierungsbefehle, da muss eine iPad App um 79 Cent irgendwo drunter liegen

Der Test

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So sieht das Dokument auf dem PC aus …

Ich lege ein Word Dokument an, schreibe einige Zeilen und formatiere ein wenig. Da taucht auch schon ein Fehler auf: bei Aufzählungen streikt das Programm und gibt jeder Zeile eine „1“. Ich speichere dieses Werk auf die Dropbox und öffne das Dokument auf meinem Windows 7 PC mit Word 2007. Voilá, das Dokument sieht so aus, wie auf dem iPad entworfen. Das ist gut. Ich füge auf dem PC ein Bild in das Word Dokument, korrigiere die Aufzählung und speichere zurück auf die Dropbox.

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… und so auf dem iPad. Die auf dem PC hinzugefügte Excel-Liste lässt sich in der App allerdings nicht bearbeiten.

Smart Office öffnet das bearbeitete Dokument problemlos, ich verschiebe das Bild, schreibe wieder etwas und speichere wieder ab. So geht es lustig hin und her, die App tut, was sie versprochen hat: Word Dokumente erstellen und bearbeiten.

Funktionen und Fehler

Nach „Kopieren“ und „Einsetzen“ von Text musste ich erst suchen. Das ist nicht „iPad-konform“ umgesetzt: wählt man einen Text aus, erscheint darunter eine kleine Hand, die zum Verschieben dient. Sie werden sich nun fragen, warum ich nicht gleich in der „Hilfe“ zu dieser App nachgesehen habe: das habe ich, aber ich habe sie nicht verstanden … „Sie können auch per Drag & eine Auswahl zum oder vom Schrott Buchsymbol auf der Klinge.“ Tja, so ist das mit Automatikübersetzungen. Ich habe durch Trial & Error herausgefunden: statt einem Popup „kopieren“ erscheint eine kleine Verschiebehand, die Funktion „Ausschneiden“ erscheint klein und unscheinbar am oberen Rand. Die Bedienung finde ich insgesamt nicht so schlecht, sie ist halt anders konzipiert, wie auf dem iPad üblich.

Apropos Fehler: bei Smart Office bleibt die iPad-Fehlerkorrektur abgeschaltet, und da die App keine eigene mitliefert, muss man schreiben, wie weiland mit der Schreibmaschine – wohl dem, der in der Rechtschreibung firm ist.

Schön ist die Darstellungsform auf dem Screen: durch Verkleinern eines Dokuments springt die Darstellung zunächst in eine doppel-, dann in eine dreigeteilte Spalte. Dokumente, die im Speicher vorliegen, aber nicht geöffnet sind, lassen sich auffächern.

In den Rezensionen zur App schreiben einige Anwender von Abstürzen: das konnte ich während des Tests nicht feststellen. Auch ein siebzig Seiten Word-Dokument ließ sich anstandslos laden, bearbeiten und abspeichern. Trotzdem würde ich öfters zwischenspeichern – das Arbeiten mit dem iPad ist insgesamt seit iOS 4 nicht sicherer geworden …

Excel & Powerpoint

Mit Excel bietet Smart Office wenige Gestaltungsmöglichkeiten – hier ist die Bearbeitung ziemlich vertrackt, da Zellen nicht direkt, sondern nur über den Umweg eines Editierfeldes, das sich extra öffnet, beschrieben werden können. Das ist immens umständlich. Da Smart Office keine Mehrfach-Arbeitsblätter in einer Excel-Datei gleichzeitig verarbeiten kann, muss man zunächst das zu bearbeitende Blatt auswählen, dann kann man sich an einzelne Zellen machen.

Das aber funktioniert sehr gut. Ich habe in einem Excel File mit Diagramm und dahinterliegenden Zahlenreihen per Smart Office auf dem iPad eine Zahl geändert, was sofort in den Diagrammen korrekt angezeigt wurde; dann abgespeichert und am PC in Excel 2007 korrekt öffnen können.

Powerpoint Präsentationen lassen sich ebenfalls gut importieren; stehen Bilder neben Texten, kommt es vor, dass man den Text selbst nicht antippen kann – aber Smart Office erlaubt sogar, die Bilder neu anzuordnen („In den Hintergrund“) und schon steht der Text wieder zur Verfügung. Ich denke, auch hier kann man durchaus mit Smart Office arbeiten und in Präsentationen Korrekturen einfügen. Nach einem kurzen Versuch würde ich allerdings sagen, dass das Erstellen von neuen Präsentationen in Smart Office eher weniger gut funktioniert …

Fazit

Smart Office sieht nicht so aus, aber man kann damit tatsächlich Word, Excel und Powerpoint-Dokumente erstellen und bearbeiten sowie über Dropbox abspeichern und laden. Die Funktionen sind natürlich weniger umfangreich wie beim Microsoft-Paket; aber insgesamt kann sich diese App sehen lassen. Um aktuell 79 Cent ist das ein echtes Schnäppchen!

Smart Office 2 im App Store

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2 Responses to iPad App Test: Smart Office 2 Textverarbeitung für Word, Excel und Powerpoint

  1. isi 4. September 2012 at 14:19 #

    Leider werden Fußnoten am ipad nicht angezeigt, bzw. ist es mir nicht gelungen sie anzeigen zu lassen.

    • Johannes Zum Winkel 4. September 2012 at 17:51 #

      Liebe(r) Isi, das stimmt. Leider funktioniert die Anzeige und Bearbeitung von Fußnoten mit „Smart Office“ nicht. In Office 2 HD (der Test kommt bald …) werden Fußnoten und Endnoten zumindest angezeigt und können auch erzeugt werden. Die Bearbeitung bestehender Fußnoten ist mir bisher nicht gelungen.

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