iPad App Test: Storyist Schreibprogramm

ipad-app-test-storyistDie Textverabeitung “Storyist” ist auf dem Mac ein renommiertes Tool für Autoren, die damit Romane oder Drehbücher verfassen. Das iPad wurde von dem kalifornischen Hersteller nun mit einer abgespeckten App versorgt, die um 7,99 € zu haben ist. Auch auf dem iPad ist Storyist eine mächtige Reiseschreibmaschine – mit einigen Einschränkungen.

Storyist ist keine App, um ein hübsches Dokument zu gestalten. Dazu eignet sich Pages von Apple natürlich besser. Das Design ist auf das Schreiben von längeren Texten, Romanen und Drehbüchern fokussiert – und das sehr funktional: Die App unterstützt den Autor bei der Strukturierung seiner Geschichte sowie bei der Verwaltung von Charakteren und Orten.

Dazu legt der Schriftsteller Kapitel und darin Szenen (“Sections”) auf Karteikarten an; diese Karten ergeben den logischen Ablauf des Textes und können beliebig im Karteikasten verschoben werden – bereits geschriebener Text wandert bei einer solchen Umstellung im Textdokument mit. Die Protagonisten kann man in einer Datenbank ablegen; viel mehr als eine Erinnerungsstütze stellt diese Funktion im “Roman Modus” allerdings nicht dar.

Der Textauftritt ist iPad untypisch sehr karg gehalten; die mitgelieferten “Styles” beschränken sich auf Helvetica und 12 Punkt Courier. Will man diese Stile dauerhaft ändern, sollte man einen Mac und die Desktopversion von “Storyist” besitzen. Als reiner iPad Nutzer muss man sich also – sofern man das Karteikartensystem nutzt – mit Schreibmaschinenschrift begnügen: wenn man eine Kapitelüberschrift schön in Palatino gesetzt hat, erscheint die nächste wieder unbeirrt in 12 Punkt Courier. Allerdings ist diese Textverarbeitung für das Schreiben umfangreicher Novellen und Romane gedacht, nicht für die gestalterische Arbeit an Büchern.

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Storyist: Textverarbeitung auf dem iPad

Ähnlich wie Pages erlaubt Storyist das Suchen und Ersetzen von Worten; die Tastatur wurde mit Tabulator, Anführungszeichen und Cursortasten erweitert, was die Textarbeit (ähnlich wie bei Textkraft oder iA Writer) sehr erleichtert. Im Drehbuchmodus ändert sich die Tastatur: hier lassen sich die diversen Einrückungen für Dialoge, Charaktere und Kameraanweisungen bequem per Tastendruck erledigen.

Im App Store wirbt Storyist mit einer Darstellung, die Karteikarten und Text auf dem horizontal gedrehten iPad gleichzeitig zeigt. Leider ist der Weg zu dieser Darstellung nicht dokumentiert… im Pull Down Menue der Karteikartenansicht verbirgt sich eine Stecknadel, die auf Fingertipp die gewünschte Bildschirmaufteilung herstellt. Dann lassen sich Szenen schnell und bequem im Text auffinden.

Storyist stellt eine vollständige Textverarbeitung dar – man kann damit auf dem iPad (und damit ortsunabhängig) nach Lust und Laune schreiben. Die Werke lassen sich im Rich Text Format (rtf) über Dropbox exportieren, so dass ein Dokument seine Stilvorlagen behält und am Desktop Computer weiter verarbeitet werden kann. Über “rtf”rückimportierte Texte verlieren jedoch ihre Szenen – Karteikarten, so dass ein Export erst Sinn macht, wenn das Werk fertig geschrieben ist.

Bilder können in einen Text eingefügt werden, was aber von der Funktionalität her nicht mit Desktop Publishing vergleichbar ist. Außerdem lassen sich über rtf keine Bilder exportieren, was nahelegt, solche Arbeitsschritte am Desktop Computer zu erledigen.

Die Vollversion von Storyist für Mac glänzt mit Exportfunktionen, die besonders für eBook – Autoren interessant sind: es kann Amazon Kindle “mobi” und iBooks – ePub Dateien erzeugen. Laut Hersteller ist zumindest ein ePub Export für die iPad Version von Storyist “vielleicht” im nächsten Update drin. Hoffentlich auch ein Inhaltsverzeichnis – Generator, denn ohne den macht das schönste ePub – eBook keinen Sinn.

Storyist im App Store

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