iPad App Test: iA Writer Schreibprogramm

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Einfach schreiben. Das ist das Versprechen, die iA-Writer seinen Kunden gibt – und dieses Versprechen hält diese App. Das ist eine konzentrierte, einfache Textverarbeitung, die den Fokus absolut auf das Schreiben setzt. Auf nichts anderes. Versprochen.

Remington Portable, so hieß meine erste eigene Schreibmaschine. Verschob man seitlich an der Maschine einen Knopf, richteten sich die Typenhebel aus ihrer platzsparenden Liegeposition auf und man konnte losklappern. Diese Maschine (auf dem gleichen Typ hatten 1944 die Geschwister Scholl ihre Flugblätter getippt) hat mich über mehrere Jahre und viele Pakete A4 Papier begleitet. Sie ruht heute – immer noch funktionsbereit – in ihrem flachen Koffer auf dem Dachboden.

Dreißig Jahre später lag das iPad auf meinen Knien, und ich fragte mich, ob man dieses Ding auch unterwegs zum Schreiben verwenden könnte. Nach einem Versuch mit Apples Textverarbeitung „Pages“ hätte ich fast aufgegeben. Damit kann man einen Brief schreiben, eine Speisekarte anlegen oder eine Grußkarte entwerfen. Das sehr schön und geschmeidig. Mehr nicht.

Dann stieß ich auf iA Writer und war von dem Flair dieser App sofort gefangen. Dieses Schreibprogramm kann weniger als andere – das allerdings besser.

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Die iA-Writer Tastatur

Erstens die Tastatur: die Standardtastatur wurde um eine zusätzliche Tastenleiste ergänzt, die tatsächlich Cursortasten enthält. Mit iA Writer kann man per Tastatur eine Stelle in einem Wort erreichen. Oder per Wort – Cursortasten von Wort zu Wort springen. Das Gefummle mit der kleinen Lupe entfällt.

In der Tastenleiste finden sich zusätzlich ein scharfes „ß“, eine Taste für Umlaut-Punkte (man drückt die Umlauttaste und dann den Vokal) sowie Funktionstasten für Anführungszeichen und Klammern.

Zweitens die Schrift. Sie heißt „Monospaced Nitti Light“ und schaut aus wie eine moderne Schreibmaschinenschrift und nichts anderes. Man kann die Schrifttype nicht ändern und etwa in Futura oder Palatino weiterschreiben. Gut so.

Drittens die Formatierungsoptionen, das automatische Inhaltsverzeichnis, die Einrückungen, Fußnotenverwaltung und Kopfzeilen: die gibt es nicht.

Es gibt nur ein endloses weißes Blatt und die Tastatur. Das ist so ziemlich die geringstmögliche Schwelle zwischen der Idee und dem Ergebnis auf dem Papier.

Natürlich hat iA Writer ein paar Funktionen; die sind aber so elegant eingefügt, dass man sie fast übersieht. Die Wörter und Zeichen werden gezählt, die Lesezeit geschätzt (das kann Word 2010 nicht) und die üblichen Befehle wie Cut, Copy und Paste werden natürlich unterstützt. Da man mit iA Writer typischerweise Textbrocken für „richtige“ Textsysteme wie Word oder Papyrus produziert, ist die direkte Integration von Dropbox sehr praktisch. Es gibt in iA Writer sogar ein „Undo“ – man muss dazu zwei Finger nach links ziehen.

Passenderweise kann man diesen ganzen Kram aber auch abschalten und im „Focus Mode“ einfach nur Maschine schreiben. Das ist eine schnörkellose, brauchbare Textverarbeitung für das iPad. IA Writer kostet zur Zeit 79 Cent.

iA Writer im App Store

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